Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Leser,
das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Die in den Ortsteilen zur Tradition gewordenen Feste um Weihnachtspyramiden und Schwibbogen stimmten uns auf die vorweihnachtlichen Tage ein, ebenso der vom Gewerbeverein Tharandt initiierte Adventskalender. Viele von Ihnen nutzen die Zeit und Anlässe, um sich zu treffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, auf das Geschehene und gemeinsam Erreichte zu blicken.

Die Stadt feierte mit zahlreichen Veranstaltungen unter dem Motto „200 Jahre Ideen für die Zukunft“ die Gründung der weltweit zweitältesten forstwissenschaftlichen Einrichtung. Zugleich stand dieses Jubiläum ganz im Zeichen des Internationalen Jahres der Wälder. Auch die Vereine in der Stadt griffen diese Themen bei ihren Veranstaltungen vielfach auf. Das Meiler- und das Stadtfest fanden erneut großen Anklang, wie viele andere Feste im Jahresverlauf auch.
Ebenso großen Anteil hatten die Vereine am Erreichen des Prädikats „Staatlich anerkannter Erholungsort“ für die Ortsteile Kurort Hartha, Fördergersdorf, Grillenburg, Spechtshausen und Pohrsdorf. Im Auftrag von Wirtschaftsminister Sven Morlok überreichte Ministerialdirigentin Barbara Meyer im Februar die Anerkennungsurkunden. Mit dem im August vorgelegten Luftqualitätsgutachten des Deutschen Wetterdienstes sind alle Bedingungen für die Erholungsort-Anerkennung erfüllt.

Darüber hinaus war es uns wieder möglich, in der Stadt eine Fülle an Investitionen zu verwirklichen.
Im Abwasserbereich wurden
• die Abwasser-Messstation in Tharandt (27.000 Euro) und
• die Einlassgruppe der Kläranlage Fördergersdorf (29.500 Euro) neu gebaut,
• Pumpschächte und Straßeneinläufe im gesamten Stadtgebiet saniert (24.069 Euro)
• sowie die Sanierung bzw. der Bau zahlreicher Abwasserkanäle beauftragt (76.227 Euro).
Im Bereich der Schulen konnte die Stadt mit verschiedenen Baumaßnahmen die Sicherheit für unsere Kinder weiter erhöhen:
• So wurden an der Grundschule Tharandt für fast 100.000 Euro ein Parkplatz und die Brücke über den Schloitzbach errichtet, damit die Kinder gefahrlos auf das Schul- und Krippengelände gelangen.
• Nach Schäden durch den lang anhaltenden Winter reparierte die Stadt außerdem die Eingangstreppe zum Schulgebäude (7.775 Euro).
• Der Schulberg zum Tharandter Kinderhaus und Evangelischen Gymnasium wurde grundhaft instand gesetzt (49.200 Euro).
• Für neue Sanitäreinrichtungen in der Grundschule Kurort Hartha einschließlich Turnhalle (64.900 Euro) beantragte die Stadtverwaltung Fördermittel (40.900 Euro). Die Bewilligung wird in Kürze erwartet.

Die städtischen Kindertagesstätten werden seit 1. Juli dieses Jahres durch die Kinderland 2000 GmbH geführt. Die Stadt schloss eine entsprechende Betriebsvereinbarung ab, regelte damit einhergehend bislang offen gebliebene Grundstücksfragen und die Nutzung der Gebäude. Mit der Personalüberleitung gelang es, für die Erzieherinnen Tarifansprüche und Besitzstände zu sichern. Mit Kinderland 2000 stehen unseren Erzieherinnen kompetente Partner zur Seite, die weiter dazu beitragen, dass sich unsere Kinder gedeihlich entwickeln können und auf die schulischen Herausforderungen gut vorbereitet sind.
Mit dem Bau des neuen Kindergartens in Kurort Hartha (knapp 1,4 Mio. Euro) werden sich die Rahmenbedingungen für Kinder und Erzieherinnen gleichermaßen verbessern. Derzeit wird das künftige Bildungskonzept der Einrichtung erarbeitet. Dank der günstigen Witterung sind die Bauarbeiten weit vorangeschritten. Die Anteilnahme am 1. Spatenstich wie auch der Grundsteinlegung machen deutlich, wie sehr die neue Kindereinrichtung erwartet wird. Inzwischen begann die Firma Döhnert mit dem Bau der Grundmauern. Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Ingenieurbüros läuft gut und konstruktiv.
Die Freiwillige Feuerwehr setzte ihre erfolgreiche Arbeit fort. Auch hier investierte die Stadt wieder erhebliche Mittel, um die Einsatzbereitschaft zu stärken und die Sicherheit für die Bürger zu erhöhen:
• Die Kameraden legten in Fördergersdorf selbst Hand an, um ihr Gerätehaus für das neue Einsatzfahrzeug (88.000 Euro) herzurichten. Für den Aus- und Umbau flossen 28.000 Euro aus dem Stadthaushalt.
• Außerdem ertüchtigte die Stadt ebenfalls mit Hilfe der Kameraden zwei Feuerlöschteiche in Fördergers- und Pohrsdorf (9.000 Euro) und die Jugendfeuerwehr einen Geräteanhänger (1.000 Euro)
• Zudem wurde für 9.100 Euro neue Ausrüstung beschafft.
In diesem Jahr wurden auch wieder Straßenbau-Projekte realisiert (rund 157.000 Euro):
• Landbergstraße in Spechtshausen (35.200 Euro),
• Rehpark in Spechtshausen (66.460 Euro),
• Zufahrt zur Weißiger Höhe in Tharandt (29.100 Euro),
• Planung des Bauvorhabens Amtsgasse in Tharandt (26.430 Euro), Bau Anfang 2012.
Nachdem der Landkreis letztes Jahr den Schenkberg in Fördergersdorf sanierte, wurde jetzt der daran anschließende Straßenabschnitt neu asphaltiert (35.000 Euro).
Der Stadt gelingt es zudem, bis 2013 alle Fördermittel im Stadterneuerungsprogramm (SEP) zu nutzen. Die Ausgleichsbeträge für die Grundstückseigentümer sind vertretbar. Die Stadt räumt 20 Prozent Nachlass ein. Die bis Ende 2013 erwarteten Einnahmen fließen komplett in noch anstehende Sanierungsvorhaben und kommen damit allen Bürgern zu gute.
Erfreulich ist auch, dass Tharandt über das Stadtumbau-Ost Programm 1,8 Mio. Euro erhält. Damit können bis 2019 weitere Sanierungsmaßnahmen verwirklicht werden.

Angesichts dessen können wir gemeinsam auf ein erfolgreiches Jahr 2011 schauen. Mein herzlicher Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, allem voran den Stadträten und der Stadtverwaltung, ganz besonders auch den Vereinen, unseren Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sowie vielen ehrenamtlich tätigen Bürgern und auch den Partnern der Stadt, die diese Erfolge möglich machten.
Mit dem am 8. Dezember vom Stadtrat verabschiedeten Haushaltsentwurf können wir zuversichtlich ins nächste Jahr blicken. Die Stadt wird nicht nur das erforderliche Geld erwirtschaften, das für den weiteren Abbau von Schulden notwendig ist, sondern darüber hinaus auch zukünftig in der Lage sein, wichtige Investitionen zu tätigen. Wer die anstehenden Aufgaben realistisch und ernsthaft betrachtet, wird verstehen, dass dies nicht ohne Einschnitte erreichbar sein wird.
Der Haushaltsentwurf liegt im Bürgerbüro des Rathauses aus. Nutzen Sie die Möglichkeit und machen Sie sich selbst ein Bild. Ihre Hinweise und Vorschläge sind erwünscht und werden in die Beratung des Stadtrates am 26. Januar 2012 einfließen.
Bei aller öffentlicher Diskussion um die weitere Entwicklung unserer Stadt versichere ich Ihnen, dass Sie diese als Bürger mitbestimmen werden. Um in dieser Frage Meinungen sachlich austauschen zu können, trägt die vom Stadtrat im Februar gebildete Arbeitsgruppe alle notwendigen Informationen zusammen. Damit Sie alle Alternativen vergleichen können, sind wir hierbei auch auf Zuarbeiten angewiesen. Das erfordert seine Zeit. Geplant ist, Sie in einem Sonderamtsblatt umfassend über die Lage der Stadt, die bevorstehenden Aufgaben und Möglichkeiten zu unterrichten. Hiernach werden Sie in Einwohnerversammlungen zu Wort kommen. Ihre Meinung ist wichtig und zählt!

Nutzen wir die verbleibende Zeit des Jahres, um einmal inne zu halten, in den Familien und mit Freunden die Ruhe der Feiertage zu genießen und daraus auch neue Kraft für die kommenden Herausforderungen zu schöpfen.
Ich wünsche Ihnen besinnliche Weihnachten!
Kommen sie gut und vor allem gesund ins neue Jahr!
Ihr Silvio Ziesemer
Bürgermeister
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