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Umstrittene Deponie wird geschlossen

2014 kommt fürs Abfalllager in Grumbach das Aus. Für die Gegner der Anlage eine gute Nachricht. Sie bleiben aber trotzdem skeptisch.

Grumbach. Das Aus der Deponie in Grumbach ist nun offiziell beschlossene Sache. Nach mehrmonatigem Ringen um die Bedingungen einer Schließung hat die Landesdirektion Dresden nach Angaben von gestern die Stilllegung des umstrittenen Abfalllagers angeordnet. Demnach soll die Amand Umwelttechnik GmbH ihre Deponie so verfüllen, dass die Anlage innerhalb von drei Jahren sicher abgedichtet und stillgelegt werden kann.

Im Detail heißt das, dass am Südrand der Halde in Richtung Tharandt wohl bis 2014 noch reichlich Industrieabfälle eingelagert werden sollen. Denn der Hang ist so steil, dass ein sicherer Abschluss sonst fast ausgeschlossen sei. Zudem könnte sich am Fuße der Senke nach Niederschlägen ein See bilden, der die Oberflächenabdichtung zerstören würde. Mit dem Wasser könnten dann Schadstoffe aus gelagerten Abfällen austreten.

Um dies zu verhindern, soll am Südrand zunächst ein Damm errichtet werden, dann eine Basisabdichtung. Im Anschluss daran soll der Hohlraum zwischen Damm und Deponiekante verfüllt und nach einer Oberflächenabdichtung begrünt werden. Experten der Interessengemeinschaft „Keine Deponie am Tharandter Wald“ gehen davon aus, dass dafür rund 300 000 Kubikmeter Müll eingelagert werden müssten. Der Landesdirektion liegen derweil keine entsprechenden Zahlen vor. „Es muss eine bestimmte, sichere Endkontur der Deponie hergestellt werden“, sagt Landesdirektionssprecher Holm Felber. „Entscheidend ist dabei weniger die Masse als das Volumen der Abfälle.“

Stilllegungsplan ist Kompromiss

Wie viel Abfälle eingelagert werden müssen, hänge auch davon ab, welche Stoffe dort unter die Erde kommen. Vor der jetzigen Anordnung habe sich Amand verpflichtet, die Vielfalt der verschiedenen Abfälle zu verringern. Am Südrand sollen demnach vorwiegend mineralische Bau- und Abbruchabfälle eingelagert werden. Felber zufolge sind potenziell gefährlich Stoffe, die man in so einer Deponie einlagern könnte, nun ausgenommen.

Überhaupt sei die Anordnung ein Kompromiss, das Ergebnis von Gesprächen mit Amand. Auch Wilsdruff, Tharandt und die Interessengemeinschaft wurden einbezogen.

Die Grumbacher Bürgerinitiative stand an der Spitze einer Protestbewegung, die sich jahrelang gegen die zunächst geplante Erweiterung der Halde stark gemacht hatte. Die Deponie-Gegner fürchteten Risiken für die Umwelt und eine Verschlechterung der Lebensqualität.

Amand hatte 2006 beantragt, die Anlage für Industrieabfälle auf etwa 170 000 Quadratmeter fast zu verdreifachen. 1,6 Millionen Kubikmeter Abfälle sollten bis 2028 zusätzlich abgelagert werden. Davon hatte die Firma jedoch im vorigen Dezember Abstand genommen und ging sogar einen Schritt weiter. So verkündete Konzern-Chef Werner Amand auch die baldige Schließung der Deponie. „Wir beugen uns dem Druck der Bevölkerung“, erklärte Amand.

Jedoch war das Vorhaben bereits im März 2010 ins Stocken geraten. Denn die Landesdirektion lehnte Amands Pläne zum Abpumpen des Deponie-Sickerwassers ab. Dies genüge nicht den rechtlichen Anforderungen. Vielmehr sollte das Sickerwasser in freiem Gefälle abfließen. Amand zog vor Gericht, die Klage blieb aber erfolglos. Mit der Anordnung ist die seit Dezember ruhende Klage nun vom Tisch. „Das ist Teil der Vereinbarung, die in den Gesprächen mit Amand getroffen wurden“, sagt Felber.

Amand will Flächen verkaufen

Gegner der Deponie bleiben aber skeptisch. Sie fürchten, dass die ursprünglich für eine Erweiterung vorgesehenen Flächen von Amand nach der Schließung womöglich für ähnliche Geschäfte anderer Firmen in Anspruch genommen werden könnten. Denn die Anordnung bezieht sich nur auf das aktuelle Deponie-Areal. „Das ist ein Manko“, sagt Grumbachs Ortsvorsteher Falk Schober. „Fraglich, ob das Problem mit der Stilllegung tatsächlich geklärt ist.“

Stefan Becker, Geschäftsführer der Amand Umwelttechnik GmbH , will zunächst einmal abwarten, ob jemand gegen die jetzigen Anordnung klagen will. ErH sagt dazu: „Mir fällt nichts ein, was auf diesen Flächen passieren soll anstatt der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzung. Außerdem besteht dort kein Baurecht.In der Landesdirektion hält man es für nahezu ausgeschlossen, dass sich dort erneut eine Deponie ansiedeln würde. „Das ist sehr unwahrscheinlich“, sagt Felber.“

Möglich sei aber, dass die Stadt Wilsdruff die Flächen kauft. „Wir werden dazu mit der Firma Amand in Gespräche eintreten“, sagt Bürgermeister Ralf Rother (CDU). „Mit einem Flächenerwerb könnten die Schließung der Deponie dauerhaft gesichert und Erweiterungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.

  • letzte Inhaltsänderung - 18. April 2011 13:56

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