| |
- André Kaiser, Kurort Hartha -
Es handelt sich dabei um einen sehr tiefen Hohlweg am Ascherhübel im Tharandter Wald, der parallel zum Mühlweg zwischen Spechtshausen und der Ernemann-Schutzhütte im Triebischtal verläuft, wo der Wanderer nun neben einem hölzernen Pilgerkreuz und einer sandsteinernen Jagdsäule auch noch in die Bäume geritzte Wegemarkierungen vorfindet. Dieser Weg entstand vermutlich Mitte des 12. Jh. als Pilgerweg im Zuge der von Osten kommenden, so genannten "Frankenstraße" zum Grab des hl. Jakobus d. Ä. in Santiago de Compostela (Spanien), der allgemein als Jakobsweg mit dem Wegezeichen der Jakobsmuschel bekannt ist. In unserer Region führte er von der Elbfurt bei Constappel, wo noch Reste eines Pilgerhospizes gefunden wurden, über den Gohlberg, Kleinschönberg, die Hühndorfer Höhe, Wilsdruff (Jakobikirche aus dem 12. Jh. am alten Friedhof), Grumbach, Fördergersdorf (romanische Kirche mit Resten von Wandbildern aus dem 12. Jh. innen und außen, Begräbniskapelle der Tharandter Burg), Spechtshausen, Grillenburg (Kellergewölbe und Grundmauern eines Pilgerhospizes aus dem 12. Jh.) und Naundorf nach Freiberg (alte Jakobikirche der Bergmannssiedlung wurde 1890-92 am Ortseingang neu errichtet, Dom mit romanischer "Goldener Pforte" aus Grillenburger Sandstein).
Nachdem 1285 beim Domumbau in Meißen die Gebeine des Bischofs Benno (ca. 1010 bis ca. 1106) gefunden wurden, bestand bis zur Heiligsprechung des Bischofs (1524) und dem Verkauf der Gebeine nach München (Frauenkirche, Landespatron vom Bayern) im Zuge der Reformation (1539) ein weiterer Pilgerweg. Er kam von Böhmen über den Erzgebirgskamm und führte über Dippoldiswalde (romanische Nikolaikirche am Friedhof), Ruppendorf, Höckendorf, Markgrafenstein, Grillenburg, Spechtshausen, Fördergersdorf, Grumbach, Wilsdruff (einst ältestes Geläut Sachsens mit Bennoglocke in der Jakobikirche) nach Meißen. Zwischen Grillenburg (Pilgerhospiz) und Wilsdruff (Jakobikirche) dürfte die Wegführung identisch gewesen sein. In Grillenburg kreuzten sich in dieser Zeit außerdem noch der Meißen-Riesenburger-Weg und die "Hohe Straße" von Dohna nach Freiberg. Dem Schutz der Pilgerwege diente auch die Wasserburg in Pohrsdorf am Beginn des heutigen Kirchweges im Oberdorf sowie der Wachpunkt Markgrafenstein.
Da die Hussiten bei ihrem Einfall 1429/30 sowie böhmische Söldner in den Bruderkriegen 1450 auch diese Wege nutzten, wurden spätestens in dieser Zeit u.a. der Wachpunkt Markgrafenstein, das Pilgerhospiz in Grillenburg, die Burg Pohrsdorf und die Kirche Fördergersdorf zerstört. Die Burg Tharandt griffen die Hussiten an, was archäologische Untersuchungen belegen, und die Stadt Wilsdruff brannte im Krieg 1450. Nach der Reformation blieben die Wege, verbunden mit dem Bau des Jagdhauses Grillenburg auf den Mauern des Pilgerhospizes (1554-58), u.a. als Jagdwege und Verbindung zu den Amtsdörfern erhalten. Denn Grillenburg wurde Sitz des Amtes, der Justizbehörde und des Oberforst- und Wildmeisters. Der Pilgerweg zwischen Fördergersdorf und Grillenburg wurde Ende des 16. Jh. bis ins 18. Jh. mit einem Waldzeichen markiert, das ein "W" mit einem darüber stehenden Stern darstellt. Er verband unter dem Namen "Fürsten- oder Herrenweg" Grillenburg mit Dresden. Als so genannten "Leichenweg" nutzen ihn aber auch die Begräbnisprozessionen der evangelischen Wettiner von Dresden in den Dom nach Freiberg.
Der Pilgerweg zwischen Grillenburg und Dippoldiswalde überdauerte als "Heiliger Weg" zwischen diesen herrschaftlichen Amts- und Jagdsitzen die Zeit und wurde mit dem Symbol eines Hirschgeweihes markiert. 1737 stellte man anstelle von Postmeilensäulen in Sichtweite Jagdsäulen am "Fürsten- oder Herrenweg" zwischen Dresden und Grillenburg auf. Im Gegensatz zu den bis heute erhaltenen Jagdsäulen des Dresdner Geheges aus dem 17. Jh., u.a. in Kesselsdorf und Kleinopitz, waren daran unter den Kurschwertern die Wegemarkierung "W" und die Jahreszahl 1737 eingemeißelt. Erst das ab 1811 durch Heinrich Cotta im Tharandter Wald eingeführte schachbrettartige und geradlinige Schneisen- und Flügelsystem löste zahlreiche historischen Wege, wie auch die Pilger- und Jagdwege ab, deren Verlauf heute nur noch durch tiefe Gräben im Gelände zu erahnen ist. Im Rahmen des Projektes "Ökumenischer Pilgerweg" (www.oekonomischer-pilgerweg.de) beim ev.-luth. Landesjugendpfarramt, das sich derzeit auf den Jakobsweg im Zuge der VIA REGIA mit kostenlosen Pilgerherbergen konzentriert, könnte auch der Pilgerweg im Tharandter Wald als Teil der Verbindung von der VIA REGIA zu den Jakobswegen in Franken bzw. nach Böhmen eine überregionale Bedeutung erlangen. Das "Haus der Stille" beim ev.-luth. Pfarramt Grumbach und das Rüstzeitheim des ev.-luth. Stadtjugendpfarramtes Dresden "Unsere Hütte" in Kurort Hartha ließen sich gut damit verbinden und schließlich würde man in diesem Rahmen auch der städtischen Jakobikirche in Wilsdruff wieder eine Perspektive geben können.
Flößerpfad auf den Spuren der Holzflößerei im Tharandter Wald- André Kaiser, Kurort Hartha -Die umfangreiche Aufarbeitung der Thematik anhand von Unterlagen des Sächsischen Hauptstaatsarchivs in Dresden zur Vorbereitung wurde von Rudolf Schmelzer aus Dorfhain durchgeführt. Danach wurde auf Befehl Herzog Georg des Bärtigen im Jahre 1521 die Holzflößerei aus dem Osterzgebirge zur Versorgung des herrschaftlichen Hofes und der Residenzstadt Dresden mit Brennholz eingerichtet. Das Floßholz gelangte dabei mit der natürlichen Strömung vom Oberlauf der Wilden Weißeritz (Floßteiche bei Rehefeld-Zaunhaus und Floßschleuse bei Schönfeld) zum Floßrechen in Dresden-Plauen und von dort durch den Floßgraben zum Floßholzhof in Dresden-Löbtau (heute Ebert-Platz).
Die Flöße waren ca. 14 Tage mit dem Frühjahrshochwasser im April und Mai unterwegs wobei zeitweise bis zu 1.200 Männer und 3.650 Frauen bis zu 13.500 m³ Holz in einzelnen Stücken nach Dresden flößten. 1561 begann auf Befehl von Kurfürst "Vater" August der Transport von Floßholz vom Pöbelbach und dem Oberlauf der Roten Weißeritz (Schinderbrücke bei Altenberg) nach Dresden und an der Wilden Weißeritz wurden Kohlplätze mit Erdmeilern zur Holzkohleerzeugung für die Freiberger Hütten an der Thalmühle zwischen Röthenbach und Beerwalde und an der Holzmühle (in der heutigen Talsperre) bei Klingenberg angelegt.
Auch von den Kohlplätzen im Tharandter Wald wurde Holzkohle nach Freiberg gebracht (1568 = 2.000 Wagen Holzkohle). Heute erinnert der 1846 zu Lehrzecken angelegte Meilerplatz im Breiten Grund bei Tharandt daran, wo neben Schautafeln und der traditionellen Köhlerbehausung "Köte" einmal im Jahr zum Meilerfest zu Pfingsten noch ein historischer Erdmeiler gezündet und auf diese traditionelle Art und Weise Holzkohle erzeugt wird.
Ab 1615 nutzte man auch die Flößerei aus dem Tharandt-Grillenburger Wald über die Wilde Weißeritz nach Dresden. Floßholzabwurfstellen in die Wilde Weißeritz waren das Hütten Los" und das "Georgen Los" unweit von der Forsthütte "Pferdestall" bei Edle Krone und das "Bellmanns Los", was noch heute mit Floßholzplatz und Floßweg zwischen Tharandt und Edle Krone erhalten ist. Ab 1718 wurde das Floßholz zusätzlich über den 1717 zum Floßgraben ausgebauten Seerenbach der Wilden Weißeritz zugeführt. Dazu wurde am Seerenbach das Wasser in einem großen Floßteich gestaut und zusätzlich Wasser über den Floßwasserkanal von der alten Triebisch (X-Bach) bei Grillenburg über einen kleinen Floßteich herangeführt. Der große Floßteich wurde 1828 durch den unterhalb gelegenen Seerenteich ersetzt und der kleine Floßteich vor einigen Jahren als Biotop neu angelegt.
1872 erfolgte der letzte Floßholzabwurf im Tharandter Wald vom Bellmanns Los und 1875 endete die Flößerei nach Dresden wegen des rentableren Transportes des Holzes mit der Eisenbahn..
Die Amtsmühle zu Grillenburg- André Kaiser, Kurort Hartha -
Bereits auf der ältesten karthographischen Darstellung des Jagdhauses Grillenburg (um 1580) ist eine "Muehl" am Mittelteich (heute Badeteich) am (Dorf-) Hayner Weg eingezeichnet. Nach Forschungen des Landesdenkmalpflegers Dr. Walter Bachmann
(1936) soll es sich dabei um "eine kleine Brettmühle" (Sägemühle) gehandelt haben, die schon 1577 erwähnt wird. Dort sollen u. a. Bretter für den Neubau des Schlosses in Freiberg geschnitten worden sein. Sie hatte jedoch keinen langen Bestand. Denn in einem Gesuch vom 10. Juni 1702 an den
"Kurfürst - König August den Starken" regen der Oberforst- und Wildmeister Hannibal Johann von Schmerzing (Oberforstmeisterei Grillenburg) und der Amtsschösser Christian Moritz Engel (Amt Grillenburg) den Bau einer Mahl- und Schneidemühle beim Jagd- und Amtshaus an, da die Mühlen in der
Umgebung zu weit entfernt waren. Das Gesuch wurde vom Land-Cammer-Rath von Döhlau und dem Landbauschreiber Hiller aus Nossen vor Ort geprüft und am 16. Juli 1702 befürwortet. Die Baugenehmigung für diese "Amtsmühle" erfolgte am 8. August 1704.
Nach dem Bau wurde die Mühle verpachtet, wobei die Pächter den 1713 aufgestockten Mühlenbau zunehmend verfallen ließen. Nach langen Verhandlungen
erfolgte dann am 7. Mai 1736 der erbliche Verkauf für 500 Gulden an Georg Naumann aus Colmnitz. Damit verbunden waren die Erlaubnis der Waldhutung (Waldweide) für 6 Kühe, die Genehmigung, den Schneidegang (Sägemühle) durch einen Ölgang (Ölmühle) zu ersetzen, das Recht der Ausspannung (Pferdewechsel), die freie "Schank-, Mahl- und Back-Gerechtigkeit" und das Recht des freien Holzsammelns im Wald.
Da die Amtsmühle nun nicht mehr dem kurfürstlichen Amt unterstand, wurde das nun private Mühlengrundstück mit Grenzsteinen markiert. Diese Grenzsteine
trugen zur Mühle hin die Jahreszahl 1736 und nach außen die Kurschwerter, ähnlich den Forstgrenzsteinen, die 1735-40 um den Tharandter Wald gesetzt wurden. Einer dieser Rainsteine aus Sandstein vom Mühlengrundstück ist heute in der Ausstellung zur Jagdhausgeschichte im Jagdschloss Grillenburg
ausgestellt.
Bereits 1737 verkaufte Georg Naumann "die vererbte Hochherrschaftliche Mühle" an seinen Schwiegersohn, den Hufschmied Christian Kernd(t) aus Pretzschendorf. Dieser bekam am 26. September 1737 die Konzession für den Bau einer Schmiede im Mühlengrundstück. Einem späteren Besitzer, dem
Erbmüller Johann Gottlob Ficke (sen.), gelang es am 25. Juli 1780 auch noch die Konzession zur Beherbergung, das Schlachtens und den Fleischverkauf zu erlangen. Er ließ 1783 (Schlussstein) das bis heute erhaltene Wohn-, Back- und Gasthofsgebäude erneuern bzw. neu errichten und die Schmiede 1784
abreißen, ohne die Schmiedekonzession aufzugeben. Die Mühle übernahm später sein Sohn Johann Gottlob Ficke (jun.). Den Mühlenbesitzern gelang es in langen Verhandlungen 1817-20 anstelle der Waldhutung von 6 Kühen und im Tausch mit den ihnen vererbten "Warnsdorfer Wiesen", Waldboden in
Mühlennähe als Eigentum zu erwerben, während andere Einwohner Grillenburgs nur Pachtland bekamen.
1818 war Christian Friedrich Heinsch Besitzer der "Amtsmühle". Der Mühlen und Schenkenbesitzer Traugott Lindner ließ 1829 aus dem
Abrissmaterial des "Fürstenhauses" der Jagdhausanlage einen neuen Gasthof (heute: Gasthaus "Zur Grille") an der 1826 angelegten Dresden-Freiberger-Chaussee erbauen. 1855-65 und 1869-77 diente das ehemalige Wohn-, Back- und Gasthofsgebäude der Mühle u. a. der "Sammelschule" Grillenburg als Unterrichtsraum. Um die Jahrhundertwende soll die Mühle aufgrund eines Kurzschlusses im Gleichstromgenerator
abgebrannt sein. Ein Stauteich für die Mühle, der vom Schlossteich gespeist wurde, befand sich bis dahin direkt an der Dresden-Freiberger-Chaussee. Der damalige Besitzer war Paul Glanzberg.
Historische Ansichtskarten zeigen die Mühle tatsächlich nur bis um 1900 zwischen dem noch erhaltenen Wohn-, Back- und Gasthofsgebäude (genannt
"Wiesenhaus") bzw. dem gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäude hinter dem Gasthof Grillenburg und dem Grunder Weg (heute: Standort Kläranlage) an der heutigen Triebisch. Auf historischen Plänen und bei Rekonstruktionen der Hausstandorte in Grillenburg wurde der Standort des Mühlengebäudes
jedoch immer falsch dargestellt bzw. mit dem Wohn-, Back- und Gasthaus (Abbildung 2) verwechselt. Die letzten Erhaltungsmaßnahmen am "Wiesenhaus", in dem sich bis heute noch die historische Backstube befindet, nahm 1969 Gasthofsbesitzer Heinz Stephan vor. Die Chemnitzer
Verkehrsbetriebe ließen als Besitzer 1978 - 1992 das noch bewohnte "Wiesenhaus" verfallen und beantragten ab 1987 vergeblich die Herauslösung aus der Denkmalliste. Nach dem Ausbau des Gasthofes zum Waldhotel "Zur Grille" wurde das Wirtschaftsgebäude der Mühle letztmals instandgesetzt
und für Veranstaltungen der Erlebnisgastronomie ausgebaut und genutzt.
(Quelle: Dr. H. Petzold: "200 Jahre Grillenburg", Dorfhain 1980)
Die ehemalige Burg in Pohrsdorf- André Kaiser, Kurort Hartha -
929 | König HEINRICH gründet die Burg Meißen an der Elbe und legt den Grundstein für die Mark Meißen. | Mitte des 12. Jh. | >entstehen Förder- und Hintergersdorf als regelmäßige Waldhufendörfer, benannt nach dem Kolonisten GERHARD, sowie die Siedlung Warnsdorf. |
1185 | Verleihung des Stadtrechtes an Freiberg durch Markgraf OTTO. | 1186 | Eine Urkunde, die man im Turm der zu Sora (bei Wilsdruff) fand, bezeichnet die damaligen Siedler als FRANKEN (fränkische Bauern aus der Maingegend). Des Weiteren kamen auch Siedler auch aus dem Osterland, Thüringen, (Nieder-) Sachsen und Flamen. (Älteste Urkunde des Wilsdruffer Landes) |
1190 | Erwähnung der Burg Tharandt in der Wartburglegende. | Ende des 12. Jh. | entsteht Pohrsdorf als unregelmäßiges Waldhufendorf, benannt nach dem Kolonisten BORSO (oder BORIWO?), und einer Jagdpfalz von Kaiser FRIEDRICH (BARBAROSSA) oder eines Pilgerhospizes auf der Grillenburger Lichtung. |
1206 | Die Burg "Thorun" (Burgwartsberg) der Burggrafen von DOHNA wird zerstört. (Erste Erwähnung von Pesterwitz) | 1216 | BORIWO DE THARANT, Burghauptmann der Burg Tharandt, sagt als Zeuge gegen den Burggrafen von Dohna in Dresden aus. (Erste urkundliche Erwähnung von Tharandt). Als Begräbniskapelle der Burg Tharandt diente die Kirche von Fördergersdorf. |
1227 | Die Burggrafen von DOHNA erwerben die Burg Rabenau. | 1307 | "JUTTA VON BORSEWITZ" läßt das "Schloß Borsdorf" (einen Burghof mit einem ausgedehntem Wassergraben) errichten. In einer (nicht mehr vorhandenen) kirchlichen Urkunde wird gesagt, dass neben Tharandt, Hintergersdorf und Warnsdorf auch "die Häuser östlich von Pohrsdorf" (die Zeidler vom Pohrsdorfer Rand) "nach Gersdorf" (Fördergersdorf) "eingekircht" wurden. |
1313 | HERMANN, Burggraf von Meißen, verkaufte "erdrückt von schwerer Schuldenlast infolge widriger Geschicke den Zinz an JUTTA VON BORSENITZ", die als JUTTA VON PORSCHWITZ den Burghof mit Wasserwall als Schloss von Pohrsdorf erbauen ließ. |
1349 | "Nach Grumbach war eingepfarrt Borsdorf, wo die von SCHÖNBERG 3 marcas Silber bezogen." (Erste urkundliche Erwähnung von Pohrsdorf) | 1378 | Erste urkundliche Erwähnung von Hintergersdorf als "Wengin Gerhartstorff" und Fördergersdorf als "Grozin Gerhartstorff". |
1399 | Die Burg Rabenau wird vom Markgrafen WILHELM I. von Meißen erobert. | 1403 | Erste urkundliche Erwähnung der "Czideler" von Fördergersdorf (Pohrsdorfer Rand). |
1429/30 | Zerstörung der Pohrsdorfer Burg, der Grillenburger Anlagen (evtl. auch von Warnsdorf) und der Fördergersdorfer Kirche durch die Hussiten. Die Burg Tharandt wird trotz Belagerung nicht von den Hussiten eingenommen. |
(Quelle: Schirmer / Tamme, Ortschronik Pohrsdorf).Der erste Postmeister und der Posthof zu Tharandt- André Kaiser, Kurort Hartha -Mit der Aufhebung der Poststation Herzogswalde und der Verlegung des Postkurses von der "Hofer Chaussee" (heute B 173) auf die Dresden - Freiberger Chaussee, zum 1. April 1833, sollte in Tharandt eine neue Poststation eingerichtet werden. Da das
Finanzministerium es nicht angemessen fand, dem am 11. Februar 1819 berufenen Tharandter Postverwalter Heinrich Heber das Amt des Postmeisters zu übertragen, wurde die Stelle ausgeschrieben. Beim Oberpostamt in Leipzig bewarb sich, außer Heber, noch der "Premier-Lieutenant und Adjutant"
Carl August von Oehlschlägel aus Dresden. Er gab als Begründung an, dass er nach 23 Jahren Dienst bei der sächsischen Armee aufgrund einer Verwundung die Erlangung eines "Civilpostens" anstrebe und über die nötigen Mittel zum Bau der neuen Poststation verfüge.
Das Oberpostamt empfahl deshalb auch dem Finanzministerium die Einstellung Oehlschlägels. Seine offizielle Vereidigung als Postmeister fand am 13. März
1833 am Oberpostamt in Leipzig statt. Carl August Oehlschlägel wurde am 4. Januar 1796 in Annaberg als sechstes und letztes Kind des Premierleutnants der Chur-Sächsischen Armee, Gottlieb Carl Oehlschlägel, geboren. Im Jahre 1810 trat er in den Heeresdienst der Königlich-sächsischen Armee und im Zuge der
Teilnahme an den Feldzügen von 1812 bis 1815 in den unter Napoleon kämpfenden sächsischen Truppen wurde er am 23. August 1813, nach der Schlacht bei Großbeeren, mit dem Ritterkreuz der Königlich-französischen Ehrenlegion ausgezeichnet.
Carl August Oehlschlägel beantragte am 24. April 1830 beim sächsischen König die Erhebung in den Adelsstand und legte dazu Zeugnisse und ein Gutachten
vom 16. Februar 1817 vor, dass die altadelige Herkunft seines aus der Reichsstadt Speyer stammenden Geschlechtes bestätigen sollte. Die Erhebung in den Adelsstand und die Verleihung eines adeligen Wappens wurde mit dem Adelsbrief von König Anton (1755 - 1836) am 28. August 1830 vollzogen. Am 19. Mai 1830
heiratete er Emilie Wilhelmine Grünler, Tochter einer Kaufmannsfamilie aus Mühlbach bei Wurzen. Aufgrund seines Antrages und der "Civilanstellung mit Capitäns-Character", verbunden mit der Erlaubnis zum Tragen der Armee-Uniform, erfolgte seine Entlassung aus der Königlich-sächsischen Armee im
Range eines Hauptmanns.
Nach seiner Vereidigung als Postmeister, mit einem Jahresgehalt von 200 Talern, erwarb v. Oehlschlägel am 11. April 1833 zunächst ein 1.925 m² großes Hausgrundstück im Stadtzentrum Tharandts für 1.800 Taler von Caroline Wilhelmine Stiehler, dass er zu diesem Zeitpunkt schon bewohnte. Gemäß der "Hausbau-Conzessionsurkunde" vom 19. Oktober 1833 wurden auf diesem Grundstück ein Wohnhaus, zwei Stallgebäude und ein Wagenschuppen mit
Inventar als Tharandter Posthof für ca. 13-14.000 Taler errichtet.
Durch Tharandt fuhren 1833 zweimal wöchentlich "Diligencen" (Postkutschen) von Dresden nach Schneeberg, Plauen/Vogtl. bzw. Hof und zurück sowie
Eilposten (Eilpostkutschen) von Dresden nach Chemnitz und Nürnberg und zurück. Einmal wöchentlich verkehrten Reitposten von Dresden nach Nürnberg und zurück. In einer Veröffentlichung von 1836 wird das Posthaus als eine Zierde der Stadt gelobt. Außerdem habe sich der Verkehr auf der seit 1833 durch
Tharandt führenden Poststraße nach Bayern nahezu verdreifacht. Das Postamt hatte im Winter von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr und im Sommer von 7 bis 12 und 14 bis 19 Uhr geöffnet. Poststationen befanden sich an den Poststraßen in der Regel im Abstand von 2 Meilen (ca. 20 km). Hier wurden die Pferde für die
Postverbindungen gewechselt sowie bei voll besetzten Wagen zusätzliche Pferde gestellt. Auf Anregung v. Oehlschlägels wurde 1837 die Straße zwischen dem Posthaus und dem Chausseehaus auf einer Länge von 51 Metern von 6,80 m auf über 10 m verbreitert, so dass die haltenden Postwagen den Verkehr nicht mehr
behinderten.
Nach der Geburt des vierten Kindes starb seine erste Frau am 31. August 1838. Sie wurde auf dem alten Friedhof in Tharandt in einem Erbbegräbnis beigesetzt (heute am Eingang des Hofes der Mittelschule Tharandt). Am 14. November 1842 heiratete v. Oehlschlägel Anna Auguste Rudolphine Emma Sophie von
Davier aus Neeken bei Roßlau in der Kirche zu Tharandt. Aus dieser Ehe gingen drei weitere Kinder hervor.
Um die große Posthalterei bewirtschaften zu können, kaufte v. Oehlschlägel 1834 bis 1843 mehrere Ländereien in Tharandt und Umgebung für Feld- und
Wiesenwirtschaft. Allein der Bedarf an Hafer wurde mit jährlich 2.000 Zentner und der an Heu mit 912 Zentner angegeben. Um sich noch mehr von den Preisschwankungen für Hafer, Heu und Stroh frei zu machen, erwarb er schließlich 1849 und 1852 zwei in Ober-Langenau bei Freiberg gelegene Bauerngüter,
darunter das Rittergut Ober-Langenau. 1839 kaufte er auch das neben dem Posthaus gelegene Hausgrundstück, in dem sich von 1856 bis 1862 das "Staatstelegraphenbureau" der Dresden-Freiberg-Chemnitzer Telegraphenleitung befand.
In Tharandt war der königstreue Hauptmann a. D. v. Oehlschlägel der geborene Führer der Kommunalgarde und trat als solcher auch in den Maitagen des
Jahres 1849 in Erscheinung. So marschierte er an der Spitze der 200 Mann starken Tharandter Garde am 3. Mai 1849 abends nach Dresden, um dem König zu helfen. Doch der König war schon abgereist. So kehrte er unverrichteter Dinge am Morgen des nächsten Tages wieder zurück und floh kurz vor dem Ende des
Maiaufstandes, am 7. Mai 1849, für einige Tage mit Frau und Kindern nach Eilenburg, da er befürchtete, von den aus Dresden zurückweichenden Massen für das Scheitern des Aufstandes mitverantwortlich gemacht zu werden. Sein eigenmächtiges Auftreten wurde jedoch nicht von den Aufständigen, sondern vielmehr
von seiner vorgesetzten Behörde, dem Oberpostamt, und dem Kriegs- und Finanzministerium angezeigt und verurteilt. Außerdem wurde er in der Zeitung verspottet.
Der Postmeister hatte oft mit wirtschaftlicher Schwierigkeiten, durch den Verlust von Pferden 1837, 1838 und 1841 und den erforderlichen Neubau von
mehreren Kutschen im Jahre 1837, sowie ständig steigende Preise für den Kauf von Pferden und Hafer, im Gegensatz zu einem sinkenden Postaufkommen, zu kämpfen. Durch das zurückgehende Postaufkommen entstand ihm Jahre 1854 ein Verlust von 1.595 Talern bei einem Jahresgehalt von nunmehr 300 Talern. Doch
mit der Eröffnung der privaten Albertbahn Dresden - Tharandt, am 1. Juli 1855, wuchs das Bedürfnis der Weiterbeförderung nach Freiberg bzw. Chemnitz, was sich zunächst positiv auf das Postamt Tharandt auswirkte. Das betraf besonders den Weitertransport von Reisenden mit der Postkutsche, aber auch den
Brief- und Frachtverkehr.
Ein bedenkliches Augenleiden zwang v. Oehlschlägel jedoch Ende 1858, um Dienstentlassung zu bitten. Er schlug vor, seine Postmeister- und Posthalterstelle dem Rittergutsbesitzer Käferstein aus Tharandt zu übertragen, dem er auch die Posthalterei mit Inventar und 28 Pferden sowie seine
Grundstücke verkaufen würde. Am 31. Januar 1859 wurde v. Oehlschlägel, wie schon sein Vorgänger, mit einer schlechten Beurteilung und jährlichen Pension von 400 Talern entlassen. So schrieb die Oberpostdirektion Leipzig, er habe "sich von jeher den postalischen Geschäften fast ganz
entzogen" und der Zustand seiner Posthalterei hätte "stets zu wünschen übrig gelassen", so dass sein Abgang im "Interesse des Dienstes nur gewünscht werden kann".
Der Verkauf der Posthalterei für nur 8.000 Taler fand am 1. März 1859 statt. Im selben Jahr verkaufte er auch die Güter in Langenau und das
Nachbargrundstück des Posthauses in Tharandt. Bis zu seinem Tod, am 17. Oktober 1859, bewohnte er mit seiner Familie das ihm gehörende Grundstück auf der Wilsdruffer Str. 16 b in Tharandt. Am 19. Oktober 1859 wurde er neben seiner ersten Frau auf dem alten Friedhof in Tharandt beigesetzt.
1862 löste die Eisenbahn in Tharandt die Postkutschen endgültig ab. Die Posthalterei erwarb 1867 die Stadt Tharandt, nutzte es bis Ende 1929 als Rathaus und bis heute als "Ärztehaus". Die Wagenschuppen dienten bis zum Abriss der freiwilligen Feuerwehr. Danach wurde ein Stallgebäude für die FFW umgebaut, während das zweite Stallgebäude, wie das Posthaus, noch weitgehend original erhalten blieb.
Quelle: Postinspektor Willy Schöne, Langebrück (Sachsen): Carl August von Oehlschlägel, der erste Postmeister zu Tharandt, Tharandt 1933-
Neuigkeiten über eine Eichenholztruhe in der Bergkirche "Zum heiligen Kreuz" in TharandtSeit etwa dreißig Jahren kenne ich diese Truhe. Immer, wenn ich den Lagerraum hinter dem Altar der Kirche zum Heiligen Kreuz betrat, fiel mir diese ungeschlachte Eichenholztruhe mit den groben Eisenbeschlägen auf, die - unter vielen Utensilien versteckt, die im
Verlaufe des Kirchenjahres benötigt werden - stets meine Neugierde weckte. Eines Tages siegte die Neugierde über die Mühsal, die Truhe frei zu räumen. Als ich den schweren, unverschlossenen Deckel anhob, fand ich im Inneren uralte Kirchenbücher. Sie wurden vor langer Zeit als Duplikate hier abgelegt. Man
konnte ja nicht wissen, ob nicht eine Feuersbrunst oder Kriegswirren den Erstschriften im Pfarramt Schaden zufügten. So konnte man auf die Zweitschriften zugreifen. Diese Zweitschriften wurden inzwischen gesichert. Sollte dies die Truhe sein, aus der der legendäre Räuber Lips Dullian mit seiner Bande sämtliche Kircheinnahmen gestohlen hat? Anna Weiser schreibt 1912
in ihrem Bericht "Altes und Neues von Granaten", dass in jener Nacht des 22. März 1708 der damalige Pfarrer Johann Adam Schneider, seine junge Frau und deren Magd von maskierten Männern gebunden, 400 Gulden entwendet, das Silberzeug demoliert und sogar die Trauringe der Pfarrersleute geraubt
worden seien. Räuberbanden trieben während des Nordischen Krieges (1700 - 1719) in Sachsen ihr Unwesen, besonders nach 1706, als der schwedische König Karl der XII. Kursachsen besetzte. Lips Dullian und seine Komplizen waren solch entwurzelte Gesellen, die den rechtsfreien Raum während des Krieges für
ihre Beutezüge nutzten. F ast dreihundert Jahre nach dieser schrecklichen Begebenheit, die im ganzen sächsischen Königreich für Aufregung sorgte und die schließlich mit der Hinrichtung der Räuberbande in Dresden endete, war es die Neugierde, die mich trieb, Antworten auf das tatsächliche Alter und
die Herkunft der Truhe zu finden und vor allem darauf, ob Lips Dullian seine habgierigen Hände überhaupt an diese legen konnte. Es ist anzunehmen, dass die Truhe verschlossen war, denn das im Auftrag der Gemeinde zu hütende Kirchenvermögen lässt man nicht ungeschützt liegen. Wurden etwa die Schlüssel
für die drei Schlösser erpresst oder gibt es sogar noch Einbruchspuren von einer gewaltsamen Öffnung?
Nachdem das Einverständnis des Kirchenvorstandes eingeholt war, konnten die Untersuchungen beginnen. Doch erst musste das über 350 kg schwere
Möbelstück einen würdigen Platz im Seitenschiff der Kirche erhalten. Drei Männer schafften diesen Kraftakt. Jetzt kann die Truhe nach den Gottesdiensten oder an den Wochenenden zwischen 14.00 und 16.00 zur "Offenen Kirche" bestaunt werden.
Am Lehrstuhl für Forstnutzung der TU Dresden begannen im Jahre 2002 die Untersuchungen zum tatsächlichen Alter der Truhe, zum Zeitpunkt der Fällung des
Eichenstammes und zum Zeitpunkt der Bearbeitung des Stammes. Die Ergebnisse wurden in einem Beitrag der wissenschaftlichen Zeitschrift "Sächsische Heimatblätter", Heft 2/2004, veröffentlicht. Eine Zusammenfassung daraus wird im Folgenden dargestellt.
Im Teil I werden Fragen an die Truhe gestellt, die im Verlaufe der Untersuchungen beantwortet werden sollen. Die Truhe selbst wird vorgestellt und die
Untersuchungsmethoden werden beschrieben.
Dr. Christoph RichterBaumarchäomorphologische Untersuchungen an einer Eichenholztruhe, Teil I- Dr. Christoph Richter, Dipl.-Forsting. Jürgen König, Prof. Dr. Claus-Thomas Bues, Lehrstuhl Forstnutzung, TU Dresden -
In der Kirche "Zum Heiligen Kreuz" in Tharandt steht seit alters her eine Eichenholztruhe. Grob aus einem Baumstamm herausgearbeitet, mit Eisenbändern beschlagen, beherbergte sie seit Generationen die Kirchenbücher der Gemeinde. Bisher wurde angenommen,
dass diese Truhe - ebenso wie die Kreuzigungsgruppe am Altar der Kirche - aus der Tharandter Burg stammt. So schreibt Adam: "In der heutigen Kirche befinden sich noch eine schöne spätgotische Kreuzigungsgruppe aus der alten Schlosskapelle und eine alte Einbaumtruhe aus dem 13./14. Jahrhundert,
vermutlich aus dem Gebäude des Burghauptmanns, auf dem die Kirche steht" [1]. Die letzte Bewohnerin der Burg, Markgräfin Sidonie (Zedena), Gemahlin des 1500 verstorbenen Markgrafen Albrecht des Streitbaren, lebte auf der Burg bis zu ihrem Tode 1510. Langsam verfiel die Burg. Ein Blitzschlag um 1568
ließ die Burg schließlich unbewohnbar werden. Ab 1579 wurde die Burg für die Bürger zum Abriss freigegeben [2].
Sidonie stiftete für die Bürger am Fuße des Berges eine Kapelle, die "Kapelleney" genannt. Es wird angenommen, dass Kreuzigungsgruppe und
Truhe nach der Zerstörung der Burg in dieser Kapelle aufbewahrt worden sind. Nach der Weihe der "neuen" Kirche Zum Heiligen Kreuz im Jahre 1631 dürfte das Inventar der Kapelle dorthin überführt worden sein, zumal die Kapelle wiederholt von Hochwasserschäden betroffen war und schließlich 1644
abgerissen wurde [2].
Während die Figurengruppe meisterliche spätgotische Bildhauerei verkörpert, ist die Truhe eher von grobschlächtiger Gestalt, nicht unbedingt eines fürstlichen Haushaltes würdig. Da ADAM an der Truhe keine jahrringchronologischen Untersuchungen durchführte, sind seine Altersangaben zur Truhe nur
Schätzungen. Zweifel an Alter und Herkunft der Truhe waren deshalb angebracht und Anlass zu nachfolgenden Untersuchungen.
Im Einzelnen sollte eine Antwort auf das tatsächliche Alter der Truhe, aber darüber hinaus noch auf folgende weitere Fragen gefunden werden:
Wie alt war der Eichenstamm, aus dem diese Truhe gefertigt worden ist? In welchem geschichtlichen Zeitabschnitt wuchs der Baum? Lassen sich aus den Baummerkmalen Hinweise auf das Wachstum beeinflussende Faktoren während seiner Lebenszeit ableiten? Welche Gestalt hatte der Baum(teil), aus dem die Truhe gefertigt worden ist? Wann genau wurde die Truhe aus dem gefällten Baumstamm gefertigt? Sind weitergehende Schlussfolgerungen bezüglich der Waldbewirtschaftung und damit der Siedlungsgeschichte während des Baumwachstums ableitbar?
Der Truhenkörper wurde aus einem Stamm mit Säge (Stammquerschnitte), Breitbeil (Außenbearbeitung), Dechsel und Stechbeitel (Truheninneres) gefertigt. Seine Länge beträgt 210 cm (hinten) und 203 cm (vorn). Er ist 58 cm breit und 53 cm hoch. Die Wandstärken
betragen durchschnittlich 11 cm, an den Stirnseiten 33 cm. Der kompakte Boden misst 18 cm Dicke. Ein 6 cm dicker, mit Eisenblech beschlagener Eichendeckel (aus einem anderen Stamm gefertigt) passt sich in den sauber gearbeiteten Truhenfalz ein. Die Truhe ist mit fünf Eisenbändern umreift; drei Bänder bilden das Truhenscharnier. Ein Schloss, zwei Schlossbänder und zwei zusätzliche Arretierungshaken im Inneren sichern den Truhendeckel gegen Aufhebeln. Nach damaligen technischen Möglichkeiten wäre diese Truhe kurzfristig kaum aufzubrechen gewesen.
Die Untersuchungen wurden mit der Methode der Baumarchäomorphologie durchgeführt. Unter Baumarchäomorphologie versteht man die Untersuchung von
Holzgegenständen mit Hilfe der Jahrringanalyse, der Dendrochronologie (Altersbestimmung von Bäumen) der Morphologie (Lehre von der Gestalt) von Bäumen, einschließlich ihrer inneren und äußeren Holzmerkmale. Ziel der Baumarchäomorphologie ist es, aus Holzgegenständen komplexe Sachverhalte zum Wachstum des Baumes in geschichtlicher Zeit sowie seiner Be- und Verarbeitung zum fertigen Gegenstand aufzuklären.
JahrringanalyseDie wissenschaftliche Methode der Jahrringanalyse beruht auf der Tatsache, dass Bäume in gemäßigten Breiten jedes Jahr einen Dickenzuwachs in Form eines Jahrrings bilden. Abhängig von der Baumart werden die Jahrringbreiten stark vom Niederschlag, dem Lichtgenuss
und dem Temperaturverlauf während der Vegetationsperiode beeinflusst. Sind z. B. auf der Stammscheibe Splint und Kern vorhanden, lässt sich das Wachstum eines Baumes während seines Lebens rekonstruieren und sein Alter bestimmen. Besonders Trockenjahre, kalte Klimaperioden, Insektenkalamitäten (Fraß an den Assimilationsorganen unter der Rinde und im Holz), aber auch der Konkurrenzdruck von Nachbarbäumen in Abhängigkeit von menschlichen Einflüssen wie Hiebsmaßnahmen, Waldweide, Streunutzung, Grundwassersenkung, beeinflussen die Ausprägung eines jeden Jahrringes. LEONARDO DA VINCI erkannte bereits im 15. Jahrhundert den Zusammenhang zwischen der Jahrringbreite und dem Niederschlag während der Vegetationsperiode, als er formulierte "... aus der Breite der Jahrringe kann man trockene und feuchte Jahre ablesen" [3]. Nach SCHMUCKER und LINNEMANN [4] legten der Italiener MALPIGNI (1628-1694) und der Engländer GREW (1628-1711) die anatomischen Grundlagen der Jahrringforschung mit Hilfe des kurz vorher erfundenen Mikroskops. Der Franzose DE MONCEAU identifizierte 1758 das Kambium, die herausragende Bedeutung dieser Gewebeschicht für die Holzausbildung wurde jedoch erst 1828 von MIRBEL erkannt. Die eigentliche jahrringbiologische Forschung begann mit THEODOR HARTIG in der Mitte des 19. Jahrhunderts [5].
Der deutsche Forstmann J. KÜCHLER wanderte 1849 nach Texas aus und stellte auf Anregung seines Landsmannes G. SCHLEICHESS auf Grund jahrringanalytischer
Beobachtungen fest, dass die damals herrschende Trockenheit kein einmaliges Ereignis war, da sich auf den Querschnitten von Bäumen immer wieder sehr schmale Jahrringe finden, die in trockenen Jahren (Vegetationsperioden) entstanden. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Jahrringforschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor allem die Biologie der kambialen Aktivitäten zum Gegenstand hatten und Beziehungen zu äußeren Ereignissen
suchten. Die Forschung konzentrierte sich auf die Interpretation kurzfristiger Ereignisse.Dendrochronologie"Die dendrochronologische Methode erlaubt auf der Grundlage der Synchronisierung (Kreuzkorrelationsanalyse) von Zeitreihen der Jahrringmerkmale die exakte, jahrgenaue Bestimmung der Entstehung und damit die Datierung von Jahrringen und
Jahrringsequenzen" [6].
Als Begründer der Dendrochronologie gilt der Amerikaner A.E. DOUGLAS (1867-1962), der Jahrringcharakteristika verschiedener Baumarten aus unterschiedlichen Regionen verglich und die Wirkung der Standorte auf die Jahrringbildung erkannte [7]. Somit war es möglich, für bestimmte Regionen charakteristische Jahrringfolgen zu bilden und diese bestimmten Jahren zuzuordnen, d.h. eine zeitliche Datierung von Holzstücken wurde möglich.
Die europäische Dendrochronologie in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist geprägt durch den deutschen Biologen, den Tharandter Professor BRUNO HUBER (1899-1969). An den Grundlagen seiner dreißigjährigen Forschungstätigkeit wirkten wesentlich die Forststudenten v. ZITTWITZ [8] und W. WITTKE [9] aus Tharandt mit. HUBER [10] und seine Studenten erarbeiteten u.a. eine Standardchronologie der Jahrringbreite für Eichen in Sachsen. Sie repräsentiert mit einer durchschnittlichen Belegung von 20 Einzelproben pro Jahr u. a. auch das mittlere Jahrringbreitenwachstum in der Zeit von 1390 bis 1670.
Deutlich können Phasen geringeren Wachstums (durchgezogene Linie) und solche mit intensiverem Wachstum (gestrichelter Bogen) beschrieben werden. Ursache hierfür ist die komplexe, klimatische Begünstigung des Wachstums, speziell durch wärmere und feucht-kühlere Perioden.
Auf diese Weise kann mit Hilfe mathematisch-statistischer Verfahren der einzelne Jahresring jahrgenau eingeordnet werden. Für den Zeitpunkt der
Herstellung eines Holzgegenstandes, in dem der datierte Jahresring enthalten ist, gibt es dann einen abgesteckten zeitlichen Rahmen. Inzwischen wurden Jahrringchronologien für Eiche, Tanne, Kiefer und Fichte für alle deutschen Wuchsgebiete erstellt [11, 12, 13, 14, 15, 16]. SCHWEINGRUBER [17] und POLGE [18] entwickelten zur genaueren Bestimmung von Wachstumsabläufen in Europa bzw. zirkumpolar die Dendrochronologie weiter, indem sie weitere Jahrringmerkmale wie die maximale Spätholzdichte in die Untersuchungen mit einbezogen. Inzwischen konnte in einem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt am Lehrstuhl Forstnutzung die Jahrringanalyse und Datierung hölzerner Gegenstände mit Hilfe hoch auflösender Röntgenaufnahmen der
Früh- und Spätholzstruktur weiter verbessert werden (multivariate Dendrochronologie).BaummorphologieJahrringchronologisch lässt sich wohl der Jahresring in einem Gegenstand zeitlich einordnen. Nicht nachweisbar ist aber der unmittelbare Zeitraum der Herstellung des Holzproduktes. Dies wäre besonders dann von Interesse, wenn zwischen Baumfällung und
Produktherstellung eine größere Zeitspanne liegt. Baummorphologische und holzphysikalische Merkmale können hier helfen, den Zeitpunkt weiter einzugrenzen. Die Baummorphologie beschreibt alle Merkmale des Baumes wie Ästigkeit, Krümmung, Abholzigkeit, Drehwuchs, Faserverlauf, Zwieselbildung. [19, 20, 21, 22, 23] sowie deren Einfluss auf holzphysikalische Eigenschaften.
Mit Hilfe der Baummorphologie kann aber auch von einem hölzernen Gegenstand auf die Beschaffenheit des Rohmaterials, des Brettes, der Bohle, des Stammes,
aus dem er gefertigt worden ist, geschlossen werden. Baummerkmale können sich in den hölzernen Gegenständen wiederfinden. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Größe dieser Holzgegenstände. Es ist also damit zu rechnen, dass die Holztruhe recht gute Informationen über den Stamm enthält, aus dem sie gefertigt worden ist und darüber, ob der Stamm noch Jahre bis zur Aufarbeitung gelegen hat oder ob er sofort zur Truhe verarbeitet worden ist.
1. JahrringanalyseFür eine vollständige Altersbestimmung ist es erforderlich, über einen Stammquerschnitt zu verfügen, der sowohl die erdnahe Markröhre als auch den letzten Jahrring unter der Rinde (Baumkante) enthält. Die Eichenholztruhe wies diesen Vorzug auf.
Der Hersteller der Truhe hat durch die Einpassung der Truhenrückseite an den Stammmantel viel manuelle Zurichtarbeit gespart. Es wird deutlich, dass der Eichenstamm aus mehreren Stämmlingen (Verwachsungszwiesel) hervor gegangen ist, von denen zwei noch in dem unteren Truhenanschnitt zu sehen sind, andere aber bereits als Starkäste nach außen auskragen.
Die Jahrringanalyse führte zu folgenden Ergebnissen:Die Eiche wies ein kräftiges Jugendwachstum bis zum Alter von 30 Jahren auf. Dies ist auf den Stockausschlag zurückzuführen - dem Reis stand die gesamte Wurzelmasse des gefällten Stammes zur Verfügung. Außerdem hatte das Reis auf der Schlagfläche keine
Licht- und Nährstoffkonkurrenten. Im Alter zwischen 15 und 30 Jahren blieb das Wachstum auf einem relativ hohen Niveau. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass - wie im Mittelwaldbetrieb des Mittelalters üblich - einige Stammkonkurrenten zur Gerbrindengewinnung geloht und anschließend zu Brennknüppeln verarbeitet wurden. Dieser Phase folgte eine 80-jährige Wachstumsdepression bis zum Alter von 110 Jahren. Diese Depression könnte durch zunehmende Kronenkonkurrenz der verbliebenen Nachbarstämme hervorgerufen worden sein. Nicht nachweisbar ist mit dieser Methode, ob während dieser depressiven Wachstumsphase auch großklimatische Veränderungen eine Rolle gespielt haben könnten. Erstaunlich ist das in den folgenden 70 Jahren bis zum Alter 180 anhaltende Zuwachsmaximum des Baumes. Wahrscheinlich sind im Alter 110 die ärgsten
Kronenkonkurrenten des Stammes gefällt worden. Die in diesem Alter erzielten Dimensionen von ca. 30 cm Mittendurchmesser waren in der Regel gut für Bauholz im Fachwerkbau geeignet. In den nächsten 30 Jahren bis zum Alter von 210 Jahren wiederholte sich wahrscheinlich die Kronenkonkurrenz der verbliebenen Nachbarbäume, oder aber klimatische Veränderungen hemmten das Wachstum, oder Insektenkalamitäten schwächten lang anhaltend den Baum so stark, dass sein jährlicher Zuwachs auf ein Minimum gesunken ist. Schließlich gelang es dem Baum noch 40 Jahre bis zum Alter 250 mäßigen Zuwachs anzulegen. Möglich war dies durch eine Freistellung des Baumes, um ihn weiter als Hudeeiche zu benutzen, deren Mast für die Großviehweide von Nutzen war. In den letzten 22 Lebensjahren sank der Zuwachs auf kaum messbare Werte. Der Baum starb mit 272 Jahren ab.
Rechnet man noch 3 Jahre hinzu, die das Reis von der Schnittfläche des Vorgängerstammes bis zur Schnittfläche des Fußstückes der Eichentruhe brauchte (ca. 50 cm bis 1m Stammhöhe), dann hat der Baum ein Gesamtalter von 275 Jahren erreicht.
Mit Hilfe der Jahrringanalyse konnte wohl das absolute Alter der Eiche bestimmt werden, aber es ist nach wie vor unbekannt, in welchem geschichtlichen Zeitraum diese Eiche gewachsen ist. ADAM vermutete als Entstehungszeitraum bereits das 13. Jahrhundert; eigene Vermutungen bezogen sich mehr auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Um den Entstehungszeitpunkt und das Sterbejahr des Baumes genau bestimmen zu können, bedarf es der Methode der Dendrochronologie.2. Jahrringchronologische UntersuchungenDie Zeitreihe der Jahrringbreite wurde in die Standardchronologie Sachsens für Eiche eingepasst. Bild 6 zeigt die Eichen-Standard-Chronologie Sachsens in Synchronlage mit der berechneten Mittelkurve der Probe. Die Anstiege der Jahrringbreiten weisen hierbei eine große Ähnlichkeit auf (hohe Gleichläufigkeit). Unterschiedliche Niveaus der Linien sind standörtlich bedingt und nicht entscheidend bei der Beurteilung der Synchronlage, da die Korrelation Relativwerte nutzt. Beide Zeitreihen weisen die markanten Wuchsdepressionen in der 2. Hälfte des 15. und 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts auf. Die letzte kühle Phase trägt auch den Charakter einer "kleinen Eiszeit". Dieses Klimaphänomen findet seinen Ausdruck beispielsweise in der flämischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, in der besonders viele Motive winterlichen Treibens auf dem Eise dargestellt worden sind.
Der Stamm ließ sich jahrgenau datieren, weil Markröhre und Waldkante (der letzte gebildete Jahrring unter der Borke) an der Truhe vorhanden waren.
Erforderlich für eine zweifelsfreie Einpassung der Zeitreihe in die Standard- Zeitreihe sind sog. Weiserjahre. Das sind Jahre, von denen aus historischen Quellen her bekannt ist, dass sie Temperatur- bzw. Niederschlagsextreme aufgewiesen haben, die sich gut in einem charakteristischen, meist engem Jahrring widerspiegeln. Entweder ist dies ein besonders geringer Zuwachs oder ein doppelter Jahrring wurde angelegt, wenn es in der Vegetationsperiode zu ausgesprochenen klimatischen Extremen kam. Die dendrochronologischen Ergebnisse wurden anhand von flexiblen Diagrammen optisch überprüft und erst dann angenommen, als die Verläufe der Zeitreihe des Stammes und die Zeitreihe der Standardchronologie eine überzeugende Gleichläufigkeit aufwiesen.
Folgender Befund wurde festgestellt:- Die Markröhre an der unteren Truhenabschnittsfläche wurde im Jahre 1392 gebildet und der letzte Jahrring
272 Jahre später, im Jahre 1663 vollendet. - Mit der Jahreseinpassung wurde es möglich, die klimabedingten Wachstumsschwankungen [7] in der Jahrringstruktur von den Schwankungen zu trennen, die auf menschliche Eingriffe in den Bestand zurückzuführen sind. - Die Jahrzehnte zwischen 1430 und 1510 waren von einer relativ kühlen Klimaperiode bestimmt, die sich mit geringen Jahrringzuwächsen von unter 1,5 mm deutlich von anderen Jahrringbereichen abhob. Es stellt sich heraus, dass die depressive Wachstumsperiode des Baumes zwischen 30 und 110 Jahren mit dieser kühlen Klimaperiode zusammenfiel. - Die kühle Klimaperiode ab 1580 machte sich im Wachstum der Eiche uneinheitlicher bemerkbar. Während sie zwischen 1585 und 1595 wahrscheinlich durch zusätzliche Faktoren wie Wachstumskonkurrenz oder Insektenkalamitäten im Wachstum beeinträchtigt wurde, ist der Abfall ihres Zuwachses nach 1630 auf ihre allgemein nachlassende Vitalität zurückzuführen.
3. Morphologische UntersuchungenDie Morphologie der 275jährigen Eiche und die Lage der Truhe im Stamm wurden anhand der Truhenmerkmale wie
folgt rekonstruiert:
Wachstumsperioden des Eichenstammes im Eichenstamm anhand von Holzmerkmalen:
An der unteren Schnittfläche der Eichenholztruhe wurden zwei Markröhren mit jeweils 5 konzentrischen Jahresringen gezählt. Dies ist der Nachweis dafür, dass der Stamm aus Stämmlingen hervorgegangen ist. Die Erklärung dafür ist wahrscheinlich, da um das Jahr 1390 in der Region Fördergersdorf / Spechtshausen / Tharandt bereits Holznutzungen in Form des Nieder- bzw. Mittelwaldbetriebes stattgefunden haben. Dieses Ergebnis korrespondiert mit der Gründung des Kirchspiels Fördergersdorf (erste Erwähnung als Gerhartstorf im Jahre 1307) [2]. Im Niederwaldbetrieb wurden aller 20 bis 40 Jahre die Eichenstämme geloht, danach gefällt und zu Brennholz bzw. Bauholz verarbeitet. Zwischenzeitlich wurde Waldfeldbau bzw. Waldweide betrieben. An den Stockabschnitten bildeten sich Stockausschläge, die zu Stämmen heranwuchsen. Zwieselbildungen waren deshalb bei dieser Waldbetriebsform häufig.
Da der Stamm kurz über dem unteren Trennschnitt relativ viele Starkäste aufweist, deutet das darauf hin, dass während des Jugendwachstums Waldweide betrieben worden ist. Das Großvieh hat über Jahre hinweg den Stockausschlag verbissen, so dass mehrere Stämmlinge nicht mehr im Höhenwachstum mithalten konnten. Schließlich hat sich ein Stämmling durchgesetzt. Dies ist daran erkennbar, dass nach ca. drei Metern Baumhöhe (oberer Trennschnitt der Truhe) nur noch eine Markröhre nachweisbar ist.
Im Baumhöhenbereich von 2-3 Metern sind die Ansätze von Starkästen erkennbar. Das ist ein Hinweis darauf, dass es Wachstumsperioden gegeben hat (Wachstumsperiode zwischen 110 und 180 Jahren), in denen der Baum als Solitärstamm wuchs und seine Seitenäste dabei stark an Dicke zunahmen. Diese Situation ist typisch für Hudebäume auf einer Großviehweide (Waldweide). Starkäste können sich erst in einer Höhe entwickeln, die das Rind nicht mehr verbeißen kann.
Der Habitus der Eiche ergibt sich aus ihrer Solitärstellung: Grobastig, abholzig und rechtsdrehwüchsig der Stamm und in den letzten Lebensjahrzehnten durch absterbende Astbereiche gekennzeichnet.
Die Oberfläche des oberen Truhenteils ist gegenüber der Oberfläche des unteren (wurzelseitigen) Teils nach rechts verdreht. Dieser Drehwuchs von etwa 5
cm, bezogen auf die Truhenlänge, wirkt sich dann aus, wenn ein Gegenstand aus einem Baum im frischen Zustand herausgearbeitet wird. Der schräg zur Stammachse ausgebildete Faserverlauf kann das Holz im frischen Zustand noch verformen. Einmal getrocknet, bleibt das Holz bei anschließender Bearbeitung in der Regel dimensionsstabil. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass die Holztruhe unmittelbar nach der Fällung des Stammes im Jahre 1663 aus diesem herausgehauen worden ist.
Ein indirektes Argument der sofortigen Bearbeitung ist, das Transportgewicht des Truhenrohlings möglichst gering zu halten. Das Volumen des Eichenstammes von 80 cm Mittendurchmesser und 207 cm Länge betrug 1,04 m³. Das entsprach bei einer mittleren Rohdichte von 700 kg/m³ etwa 0,7 Tonnen. Nachdem die Truhe außen behauen war, verringerte sich ihr Gewicht auf 445 kg. Der herausgearbeitete Innenraum der Truhe verringerte das Truhengewicht weiter auf 330 kg.
Ein weiteres indirektes Argument einer sofortigen Bearbeitung ist, dass sich frisches Eichenholz wesentlich leichter als getrocknetes Holz verarbeiten lässt. Dies ist eingedenk der damaligen Beschaffenheit der Werkzeuge und der Handbearbeitung einleuchtend.
Zusammenfassend kann gesagt werden: Die Baumarchäomorphologie ist eine wissenschaftliche Methode zur Rekonstruktion des zeitlichen und technischen Ablaufs
der Herstellung von Gegenständen aus Bäumen aus geschichtlicher Zeit mit Hilfe der Jahrringanalyse, der Dendrochronologie und der Baummorphologie. Mit dieser Methode ist es gelungen, das Alter und die Erscheinungsform eines Stammes zu bestimmen, den Zeitpunkt abzuleiten, an dem ein Gegenstand daraus hergestellt wurde, Rückschlüsse aus der Wachstumsdynamik des Stammes und auf die Waldnutzungsformen vergangener Zeiten zu ziehen.
Untersuchungsobjekt war eine Eichenholztruhe, deren Herstellungsalter anhand dendrochronologischer und morphologischer Untersuchungen präzise nachgewiesen
werden konnte. Des Weiteren konnte die Wuchsform des Eichenstammes aus der Eichenholztruhe rekonstruiert werden. Aus der Wuchsform des Stammes wiederum konnten Rückschlüsse auf damalige Waldbewirtschaftungsformen sowie siedlungsgeschichtliche Zusammenhänge gezogen werden. (Es folgt eine ausführliche Literaturzusammenstellung.)
Nachwort: Die wissenschaftlichen Untersuchungen haben viele nüchterne Antworten gebracht. Wir wissen jetzt, wann der Baum wuchs, aus dem die Truhe gefertigt worden ist, wir wissen sogar, dass die Truhe zur Zeit des Räuberhauptmanns Lips Dullian schon 45 Jahre im Gebrauch war. Wenn auch alle nachfolgenden Gedanken Vermutungen sind, meine ich doch, dass man über den damaligen fürchterlichen Hergang des Überfalls auch einmal spekulieren darf und vor allem darüber, welche Rolle diese Truhe darin gespielt haben könnte? Einbruchsspuren konnten nicht festgestellt werden. Also könnten damals die Schlüssel vom gefesselten Pfarrersehepaar erpresst worden sein, denn fest steht ja, dass die 400 Taler von der Diebesbande geraubt worden sind. Und solch einen Schatz legt man normalerweise in den "Tresor" - die Truhe.
Wenn es auch wissenschaftlich nicht erwiesen ist, ob die Truhe im Mittelpunkt der damaligen Auseinandersetzung gestanden hat oder nicht, ist es trotzdem
spannend zu vermuten, dass Lips Dullian damals der Truhe begegnet ist. Zum Träumen über die alten, oftmals gar nicht so guten Zeiten gibt das alte Holz immer wieder Anlass. Lassen Sie bei einem Besuch der Truhe in der Tharandter Kirche Zum Heiligen Kreuz ruhig einmal Ihrer Fantasie freien Lauf! Vielleicht findet sich in einem der Trockenrisse des ehrwürdigen Möbelstücks noch ein verstecktes Goldstück, das den habgierigen Fingern der Räuber damals entgangen ist..
Der Tharandter Wald als kurfürstlich- und königlich-sächsisches Jagdgebiet- André Kaiser, Kurort Hartha -
Spätestens seit Gründung der Burg Tharandt wurde der Tharandter Wald von den Meißner Markgrafen zur Jagd genutzt. Untersuchungen des Sächsischen Landesamtes für Archäologie lassen jedoch vermuten, dass schon Mitte des 12. Jh. Kaiser Friedrich Barbarossa
(1122-90) eine Jagdpfalz im Tharandter Wald errichten ließ, deren Grundmauern und Gewölbe man 1936 im Gelände des Jagdschlosses Grillenburg fand. Damals begann die großflächige Rodung des Waldes im Zuge der deutschen Besiedlung und der Tharandter Wald war noch ein Teil des mächtigen "Miriquidi"-Urwaldes, der sich über das Erzgebirge erstreckte und nur von wenigen Handelswegen und Pilgerpfaden durchzogen wurde. Das älteste
Jagddenkmal im Tharandter Wald erinnert an die Jagd nach dem letzten Bären und stammt vermutlich aus dem 16. Jh. Die zwei stark verwitterten Sandsteinfiguren Jäger und Bär standen einst im Naundorfer Revier und sind heute unterhalb des Zeisigsteines im Forstbotanischen Garten Tharandt zu
finden.
Die Wettiner als Markgrafen von Meißen, Kurfürsten und später Könige von Sachsen waren für ihre prächtige Hofhaltung bekannt. Zu dieser höfischen Kultur zählte auch die Jagd. So ließ Kurfürst "Vater" August (1526-86) auf den Grundmauern der staufischen Jagdpfalz im Tharandter Wald
1554-58 zur "besseren bequemlichkeit der jagden auf dem Tharandischen Walde" das Jagdhaus Grillenburg errichten. Ein Gedicht erinnert daran. Natürlich blieb diese bescheidene Anlage weit hinter solch pompösen Jagdschlössern dieser Zeit, wie der gewaltigen Augustusburg bei Flöha, zurück.
Das Grillenburger Jagdhaus verfügte jedoch als Amts- und Justizsitz, neben Wohn- und Verwaltungsgebäuden, schon über Stallungen für 78 Pferde. An der Schenke unweit des Jagdhauses konnten weiter 82 Pferde untergebracht werden. Dies zeigt schon den Umfang der damaligen Jagdgesellschaften. 1562 fand die
letzte Sauhatz von der Burg Tharandt (1572 zum Abriss freigegeben) aus statt, welche zu diesem Zweck noch einmal renoviert wurde. Das Ergebnis dieser Jagd unter Kurfürst August waren 8 hauende Wildschweine, 40 Bachen, 64 Frischlinge und 58 Hirsche.
1586 bis 1852 beherbergte das Jagdhaus Grillenburg die Oberforst- und Wildmeisterei. Sie war bis 1813 für die Ämter Dippoldiswalde, Grillenburg, Freiberg
und Nossen zuständig und bis 1831 u. a. dem Oberhofjägermeister unterstellt. Den Aufzug der kursächsischen Jägerei zu dieser Zeit, unter Kurfürst Christian II. (1583-1611), aus dem Jahre 1609 kann man auf einem Wandfries im Jagdsaal des Jagdschlosses Grillenburg bewundern.
Der Bruder Kurfürst Christian II., Kurfürst Johann Georg I. (1585-1656), veranstaltete 1614 und 1617 zwei große Jagden im Tharandter Wald, wobei u. a.
insgesamt 419 Sauen zur Strecke gebracht wurden. In den Chroniken wird ausführlich über die große Wildschweinjagd von Kurfürst Johann Georg III. (1647-91), vom 7. bis 27. Dezember 1689 auf dem Spechtshausener Revier, berichtet. Der kurfürstliche Jagdzug, auf dem Fürstenweg von Dresden kommend,
traf am 7. Dezember mit 80 Jagdzeugwagen in Fördergersdorf ein. Der Kurfürst wohnte in "Spechts Haus" (Spechtshausen, Gut Ziegenbalg), die Kurfürstin mit Geschwistern im Jagdhaus Grillenburg (Fürstenhaus), Kurprinz Johann Georg IV. (1668-94) im Pfarrhaus Fördergersdorf und der Kurprinz
Friedrich August I. (später August der Starke, 1670-1733) mit dem 1. Landjägermeister in der Forstmeisterei Hintergersdorf (heute: Seniorenheim "Lindenhof" in Kurort Hartha). Im Verlaufe der Jagd wurden, neben zahlreichen Hirschen, Rehen und Hasen, 61 Säue und 1 Wolf, letzterer vom
Kurfürsten selbst, erlegt.
Der erste bekannte Grillenburger Oberforst- und Wildmeister, und somit Verantwortliche für die Hofjagden im Tharandter Wald, war Hannibal Johann von Schmertzing (1692-1727). In der Regierungszeit des Kurfürsten Friedrich August I. und Königs August II. von Polen, genannt August der Starke, steht der
Tharandter Wald mit seinem unkomfortablen und oft baufälligen Jagdhaus im Schatten der prächtigen Jagdschlösser, wie Moritzburg bei Dresden und Hubertusburg im Wermsdorfer Forst.
1730 werden jedoch neben dem Neubau der Grillenburger Schlossbrücke vier große Salzlecken aus Sandstein zur Wildfütterung im Tharandter Wald errichtet,
die noch heute bei Hetzdorf, Kurort Hartha, Grillenburg und Dorfhain zu finden sind. Die ausgelegten Salzbrote sollten vor allem die Geweihbildung der Hirsche fördern.
Die wiederentdeckte Jagdsäule an der Schneise 21 bei Hetzdorf aus dem Jahre 1739 steht für ein großes Jagdereignis unter dem Sohn Augusts des Starken, Kurfürst Friedrich August II. und König August III. von Polen (1696-1763), der 1738 einen 28-Enden-Hirsch und 27 weitere Hirsche erlegte. Für diese Jagd wurden ca. 300 Treiber und 44 Pferde von den umliegenden Dörfern gestellt. Verantwortlich für die Jagd war der Grillenburger Oberforst- und Wildmeister Johann Wilhelm von Heerdegen, welcher auch die Gedenksäule errichten ließ.
Hofjagden sind dann erst wieder in den Jahren 1831-54 im Tharandter Wald bekannt. Sie fanden in weit geringerem Ausmaß auf Reh- und Niederwild unter dem
Prinzen und späteren König Friedrich August II. (1797-1854) statt.
Inzwischen wirkte in Tharandt der bekannte Forstmann Heinrich Cotta an der von ihm 1811 gegründeten Forstlehranstalt. Sein Sohn, Friedrich Wilhelm von Cotta verlegte in seiner Amtszeit (1852-73) die Oberforstmeisterei nach Tharandt. In dieser Zeit (um 1855) erfolgte der Umbau des Jagdhauses Grillenburg zum Königlichen Jagdschloss, in dem sich 1873-1909 auch wieder die Oberforstmeisterei befand. Ab 1849 jagte der Kronprinz und spätere König Albert (1828-1902) im Tharandter Wald. Seinen ersten Hirsch (8 Enden) erlegte er hier 1856 im Grillenburger Revier.
Zu Ehren des 800-jährigen sächsischen Herrscherhauses Wettin wurden 1883 in allen Forstrevieren des Tharandter Waldes Wettinsteine bzw. -plätze
angelegt. Der 1992 restaurierte Wettin-Obelisk am G-Flügel bei Spechtshausen vermittelt dem Wanderer auch heute noch einen Eindruck davon. Im Rahmen der jährlichen Königsjagden ab 1877 brachte König Albert am 19. Oktober 1892 seinen 1.000. Edelhirsch zur Strecke. Ein Gedenkstein unweit des Mauerhammers im Tharandter Wald erinnert daran.
Unter König Albert fanden die Jagdtafeln im Gasthaus "Sachsenhof" Klingenberg oder im "Albert-Salon" (heute Mensa) Tharandt statt. Nur bei kleinen Jagdfrühstücken weilte man noch in Grillenburg. Eine der letzten großen Hirschjagden ist aus dem Jahre 1903 bekannt. Sie fand unter König Georg (1832-1904) statt, der eine Woche im Jagdschloss Grillenburg wohnte. Die im Schlosshof gelegte Strecke umfasste 18 Hirsche, vom Spießer bis zum 12-Ender.
Bis 1918 diente der Tharandter Wald mit dem Jagschloss Grillenburg, zuletzt unter dem beliebten König Friedrich August III. (1865-1932), noch als königliches Jagdgebiet. Dann verfiel das Grillenburger Schloss in einen Dornröschenschlaf, wurde als Herberge und Café genutzt. Erst nach dem Umbau im Jahre 1936 diente es wieder der Jagd und beherbergte bis 1945 den "Sächsischen Jägerhof".
1966 wurde die Forstliche und Jagdkundliche Lehrschau der Technischen Universität Dresden im Jagdschloss Grillenburg eröffnet. Neben der Geschichte des
Jagdhauses, sind in den historischen Räumen auch Exponate zu Jagdmethoden von der Urzeit bis in die Gegenwart, u. a. historische Jagdwaffen und einheimische Trophäen, zu sehen..
Aus der Geschichte der Tharandter Kirchgemeinde- André Kaiser, Kurort Hartha -
Die Dorfkirche zu Fördergersdorf entstand im Zuge der Ortsgründung im 12. Jh. und diente, am ältesten Verbindungsweg zwischen der vor 1200 errichteten Burg Tharandt und Meißen gelegen, auch als Begräbniskapelle der Tharandter Burg. Somit wurden die Einwohner der Siedlung Granaten, die am Fuße der Burg entstand und später den Namen der Burg Tharandt übernahm, zunächst nach Fördergersdorf eingepfarrt und die Tharandter Kinder gingen zunächst nach Fördergersdorf zum Unterricht.
Bereits 1475 soll Sidonie (Zedena), die 1510 auf der Burg Tharandt verstorbene Gemahlin Herzog Albrechts des Beherzten von Sachsen (1443-1500), mit einem Vermächtnis Fürsorge für eine Kirche in Tharandt getroffen haben. Im Jahre 1480 entstanden dann eine Kapelle und ein Friedhof in Tharandt, deren Betreuung aber weiterhin den Fördergersdorfer Pfarrern oblag. 1539 wurde die bis dahin katholische Kirchgemeinde Fördergersdorf unter Pastor Nicolaus Dittrich, der die Concordie unterzeichnete, evangelisch-lutherisch reformiert. Die Tharandter Kapelle und der Friedhof wurden 1544 ein Opfer des Hochwassers. Ein Jahr später baute Matthias Hauswald die Kapelle wieder auf.
Die Tharandter baten aufgrund wachsender Einwohnerzahlen den Kurfürsten Moritz von Sachsen (1521-53) um eine eigene Pfarrstelle und verstärkten ab 1552
ihre Bemühungen um alles, was für eine eigene Kirchgemeinde nötig war. Der Dresdner Theologe Donath Menzel bemühte sich nicht nur erfolgreich um eine Glocke und Altargerät für die Tharandter Kapelle, sondern auch um die Pfarrstelle in Tharandt. 1555 wurde Tharandt in Fördergersdorf ausgepfarrt. Am 28. April 1555 hielt Donath Menzel seine Antrittspredigt in der Kapelle. Im September 1555 wurde er mit einer Messe als erster Pfarrer in Tharandt eingesetzt. Ab 1556 dürften dann auch die Kinder in Tharandt die Kirchschule besucht haben.
Die erste Tharandter Schule soll in der Nähe der jetzigen Mittelschule gestanden haben. 1559 wurden die Kapelle und der Friedhof vom Hochwasser
verwüstet. 1562 schenkte der Kurfürst daraufhin der Tharandter Kirchgemeinde einen neuen Platz für den Friedhof, auf dem sich seit 1910 die heutige Mittelschule erhebt. 1563 beschädigte wieder ein Hochwasser die Tharandter Kapelle. 1564 erhielt die Tharandter Kirchgemeinde eine Messglocke sowie zwei Zinnleuchter aus der aufgelösten Burgkapelle. Das Gotteshaus mit einem hölzernen Dachreiter-Turm stand am heutigen Eingang der Schillerstraße am Markt unweit des jetzigen Rathauses, wie eine Zeichnung von Matthias Oeder aus der Zeit um 1580 belegt. 1571 bekamen die Tharandter Holz für ihre Kapelle vom Kurfürsten "Vater" August von Sachsen (1526-86) geschenkt, das zum Bau des Glockentürmchens gedient haben könnte. Zu diesem Zweck war schon die alte Schlossuhr der Burg abgegeben worden.
Eine weitere Zeichnung von Oeder aus dieser Zeit stellt das erste Pfarrhaus neben dem Brauhaus des Erblehngerichtes dar. Beide Gebäude waren mit einer Mauer verbunden und standen auf dem Gelände des heutigen Stadtparks, wo sich auch der erste Friedhof befand. Die Bürger von Tharandt baten 1582 beim Landesvater "Vater" August um Erlaubnis, Steine von der Schlossmauer der 1579 zum Abriss freigegebenen Burg zum Ausbessern ihrer Kapelle verwenden zu dürfen, was ihnen bewilligt wurde.
Im Jahre 1609 bekam Tharandt Stadtrecht. Im gleichen Jahr stürzte eine Mauer der Kapelle ein und 1612 wurde sie abermals durch ein Hochwasser beschädigt. In den Jahren 1616, 1617 und 1621 ersuchten deshalb die Tharandter Bürger um den Neubau einer Kirche auf dem vor Hochwasser geschützten Gelände der ehemaligen Burg. Die Bewilligung dazu erhielten sie 1624 von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585-1656). In den Jahren 1626 bis 1629 entstand die jetzige Berg- und Stadtkirche "Zum Heiligen Kreuz" anstelle des um 1590 abgebrochenen Gebäudes der Schösserei (bis 1556 Verwaltungsgebäude des Amtes Tharandt) der Unterburg. Ein romanisches Portal der Burg und die um 1480 gefertigte Kreuzigungsgruppe aus der Kapelle zieren seitdem die Kirche. 1630 wurde die Turmspitze aufgesetzt und nach dem Einhängen der Glocke erfolgte am 21. Sonntag nach Trinitatis 1631 die Weihe der Kirche durch Magister Wenzel.
Auf einer Stadtansicht von Wilhelm Dilich aus dem Jahre 1627 sind sowohl die im Bau befindliche Kirche als auch noch die Kapelle zu sehen. Auf den Grundmauern der Kapelle entstand 1644 das Tharandter Rathaus mit der Gaststätte "Ratskeller". Es wurde 1824 bis 1868 von einen Dachreiter-Turm gekrönt, wie ihn auch schon die alte Kapelle hatte. Bis 1867 diente es der Stadtverwaltung und wurde 1893 wegen Baufälligkeit abgerissen. An dessen Stelle entstand das heutige Stadthaus auf der Schillerstr. 1. Das 1752 erneuerte Pfarrhaus und die Erblehnbrauerei mussten 1913 dem Stadtpark weichen. Das Tharandter Pfarrhaus befindet sich heute in einem Gebäude von 1833 an der Roßmäßlerstraße, welches vorher ein Mädcheninstitut bzw. höhere Töchterschule beherbergte. Der jetzige Friedhof wurde ab 1873 an der Wilsdruffer Straße angelegt.

| |